
13 Reizwortanalyse. - wurde von Susanne Zündel verwendet - problematisch da es etwas anderes meint...
Viele Erfindungen waren in der Tat so etwas wie "göttliche Geschenke" und entstanden dadurch, dass jemand eine zufällige Beobachtung machte, die sich entweder als Schlüsselbaustein für ein noch ungelöstes Problem erwies oder die Chance zu einer sinnfälligen Innovation offenbarte.
Tatsächlich stand der Zufall bei weit mehr Erfindungen und Innovationen Pate, als ihre Schöpfer bereit waren einzugestehen. Und man kann den Eindruck gewinnen, dass die "Erscheinungen" in unserer Umwelt, mögen sie natürlichen oder künstlichen Ursprungs sein, im Überfluss Lösungen für unsere Probleme bereithalten – wenn wir nur willens und in der Lage sind, sie wahrzunehmen. In diesem Sinne will uns die Reizwortanalyse veranlassen, uns mit Dingen und Ereignissen unseres Umfeldes bewusst und aufmerksam auseinander zu setzen, um in diesen möglicherweise etwas zu entdecken (ein Prinzip, einen Ablauf, ein Gestaltelement), das eine Idee anstößt. Die Auswahl jener Dinge, aus welchen wir Anregungen erhoffen, erfolgt keinesfalls spekulativ, sondern absichtsvoll.
· willkürliches Aufschlagen eines Lexikons mit dem Vorsatz, das erste Hauptwort von links
oben als "Zufalls-Objekt" (Reizwort) zu benutzen,
· blindes Tippen auf die ebenso zufällig aufgeschlagene Seite eines Versandhaus-Kataloges.
1. Sorgfältige Analyse und Definition des gestellten Problems
2. "Abladen" aller spontan verfügbaren Ideen (Kurzbrainstorming)
3. zufällige Sammlung einer kleinen Kollektion (5 bis 7) von Reizwörtern
4. Analyse des ersten Reizwortes (Zufallsobjektes) und Auflistung der dort gefundenen
5. Rückkopplung (bisoziative Verbindung) der Reizwortelemente zum gestellten Problem mit der Frage, ob sich daraus Ideen oder Lösungsansätze ergeben. Je flexibler, vielseitiger und spielerischer diese bisoziativen Vorgänge erfolgen, desto reichhaltiger und kreativer wird das Ergebnis sein.
6. Wiederholung der Schritte 4 und 5, bis alle Reizwörter durchgearbeitet sind.
Bei technischen bzw. körperlich-gestalthaften Problemen sollten die Reizobjekte möglichst gegenständlicher (einschließlich der gesamten Natur und ihrer Lebewesen) Art sein, da sich sinnhafte Elemente (z.B. "Vaterland") sehr häufig nicht mit technischen Gebilden (z.B. Entwicklung einer Dosiereinrichtung) verbinden lassen.
Bei strategischen, Verhaltens-, Kommunikations- und ähnlichen (nicht-technischen) Problemen sind Ereignisse und Geschehnisse aus dem Gesellschaftsleben von Gegenwart und Geschichte als Reizobjekte gut geeignet, ebenso wie z.B. Filme, Romane, Märchen und Mythen. Die Reizwortanalyse kann sowohl von einzelnen Personen wie auch von Kreativ-Gruppen angewandt werden.
Bisoziation bezeichnet den kreativen Vorgang der Verknüpfung von Begriffen, Bildern oder Vorstellungen aus unterschiedlichen begrifflichen Bezugsrahmen. Der Begriff wurde von Arthur Koestler in Anlehnung an das Wort "Assoziation" eingeführt (Der Mensch, Irrläufer der Evolution, 1978) und gilt heute als ein Grundbegriff in derKreativitäts- sowie in der Humorforschung.
Als kreativer Grundbegriff beschreibt Bisoziation das Durchbrechen geistiger Routinen. Während die Assoziation gedankliche Verknüpfungen auf einer Ebene bezeichnet, geht die Bisoziation darüber hinaus, indem sie Begriffe aus zwei einander üblicherweise nicht zugeordneten Ebenen miteinander verbindet.
Diese kreative Verbindung kann zu drei verschiedenen Entdeckungen führen:
In der Humorforschung konzentriert man sich vor allem auf den ersten Aspekt: Humor und Komik entsteht aus dem Zusammenprall unterschiedlicher Ebenen und Welten.
Koestlers Überlegungen haben in der Kreativitätsforschung auch zu unmittelbaren Anwendungsvorschlägen geführt. Bisoziation wird dabei zu einer Methode, die bewusst Begriffe und Dinge miteinander in Verbindung bringt, die nach dem üblichen, routinierten Denken nicht zusammen gehören.
Beispielhafte Anwendung in der Kreativitätstechnik: